Die kindliche Fantasie scheint für uns Erwachsene keine Grenzen zu haben, dennoch ist es immer sehr empfehlenswert, sie weiterzuentwickeln. Warum? Weil die Fantasie leider dazu neigt, mit dem Alter und dem Heranwachsen nachzulassen. Zum Glück gibt es bewährte und zuverlässige Methoden, sie zu trainieren und zu stimulieren.
Die Entwicklung der Fantasie und kreativen Fähigkeiten wird oft unterschätzt und fälschlicherweise mit „übermäßigem“ Fantasieren gleichgesetzt, das unseren Kindern später im Leben angeblich keinen Nutzen bringt. Das ist ein großer Fehler! Für eine richtige, umfassende Stimulierung des kindlichen Gehirns ist die Aktivierung sowohl der linken „logischen“ Gehirnhälfte als auch der rechten, die für Intuition und kreative Fähigkeiten zuständig ist, notwendig. Bei der sinkenden Zahl an Unterrichtsstunden in Fächern wie Kunst, Musik oder Werken liegt diese Aufgabe umso mehr bei den Eltern. Es lohnt sich, Zeit dafür aufzubringen, denn die Fantasie hilft nicht nur dabei, erworbene Fähigkeiten kreativ zu nutzen, sondern auch die Folgen des eigenen Handelns vorherzusehen. Und das ist noch nicht alles: Menschen mit einer ausgeprägten Fantasie merken sich Wissen besser und eignen es sich leichter an. Sie denken oft außerhalb der üblichen Muster, bemühen sich, optimale Lösungen zu finden, und schaffen es, aus schwierigen Situationen herauszukommen, wenn andere längst aufgegeben haben.
Vor allem: Spaß!
Denk daran, dass du als erwachsener Elternteil oder Betreuer der Wegweiser deines Kindes in der Welt bist. Wenn du kreativ mit ihm spielst und es zum Experimentieren ermutigst, förderst du seine Fantasie. Du musst ein aktiver Teilnehmer des Spiels sein, kein passiver Beobachter, der ungeduldig auf sein Telefon schaut. Wie kann man also mit einem Kind spielen und gleichzeitig seine Fantasie fördern?
- Geschichten erzählen: fang an und bitte das Kind, die Geschichte zu Ende zu erzählen. Ihr könnt der Geschichte auch abwechselnd einen Satz hinzufügen und so eine gemeinsame Erzählung schaffen,
- Alle Arten von handwerklichen Tätigkeiten: Modellieren mit Knete oder Ton, Malen, Zeichnen und später auch Bildhauerei oder… das Bauen von Sandburgen. Frag währenddessen nach Details und ermutige das Kind zu erklären, warum seine Werke so aussehen, wie sie aussehen,
- Ein häusliches (oder auch anderes) Theater: eine Kombination aus Geschichtenerzählen und Basteln, denn das Kind muss sowohl das Drehbuch als auch die Puppen, Figuren oder andere Charaktere vorbereiten. Gemeinsam mit einem Elternteil oder Betreuer kann man auch ein Mini-Scherentheater mithilfe einer Lampe und einer Wand gestalten,
- Zum Musikzeichnen: spiel dem Kind Musik vor (am besten instrumental) und bitte es, zu malen, woran es die Klänge erinnern. Das ist eine großartige Unterhaltung und eine Übung sowohl für die Fantasie als auch für die motorischen Fähigkeiten.
Doch unabhängig davon, welche kreative Aktivität wir unserem Kind anbieten, wird sie wenig Sinn haben, wenn wir Erwachsenen nicht daran teilnehmen und die Jüngsten nicht dabei unterstützen, ihre Fantasie zu entdecken, zu fördern und zu feiern.